01/0 ,1,,,,,,,, poliflur      
   
     
 

Tribuna und Exedra

Entwurf für Kloster Gravenhorst im Münsterland ...... www.da-kunsthaus.de

 

Exedra

Der historische Grundriss des Kloster Gravenhorst in seiner vollständigen Ausdehnung, also einschließlich der heutzutage fehlenden Gebäudeteile, soll im Maßstab zirka 1:3 als Teich- bzw. Gräftenlandschaft im südwestlichen Teil des Klostergeländes abgebildet werden.


Wir möchten so eine Arbeit entwickeln, die sich auf die Geschichte des Klosters in seiner Umgebung einlässt, die die landschaftlichen und ökologischen Aspekte des Ortes einbezieht, und einlädt, sich dem Ort aus anderer Perspektive zu nähern.


Grundwasser, Grundrisse, Gräften und Funde

Die unmittelbare und weitere Region ist gekennzeichnet durch vieflältige Beispiele historischer Wasserbaukunst. Berühmt sind die Zisterzienser für ihre Fertigkeiten und ihr Wissen darum. Diese Kenntnisse waren eine Notwendigkeit, bei dem zum Teil sehr hoch anstehenden Grundwasserspiegel, diesen Ort für die Klosteranlage nutzbar zu machen. Einen Hinweis auf die schwierigen Bedingungen gab die nachträglich notwendige Erhˆhung (und dessen spätere Rücknahme) des Fußbodens in Teilen der Klosteranlage. Aber auch die Einfassung des Wassers in Gräften und Teichanlagen, wie auch die Abführung des Wassers aus dem Landschaftsraum als Meliorationsmaßnahme sind heute noch sichtbare Ergebnisse dieses Prozesses.

Wir möchten uns –auch mit Unterstützung moderner Technik - vorzugsweise aber alter handwerklicher Techniken bedienen, um auf dem Klostergelände, auf der im Übersichtsplan gekennzeichneten Stelle, ein weiteres „Gräftensystem“ zu schaffen, das den Grundriss des Klosters abbildet.

Der von uns ausgehobene Grundriss soll ein Modell eines kopf¸ber in den Boden gestellten Klosters assoziieren (siehe Vorstellung Ideenwerkstatt). Es soll der Eindruck entstehen, dass man gewissermaßen in die einzelnen Gebäudeteile „blicken“ kann, die voll Wasser gelaufen sind.
Die Wasseroberfläche wird so zu einer Projektionsfläche für Geschichten und Ideen zu Vergangenheit und Zukunft von Kloster Gravenhorst.

Die Exedra im Garten
Die Bedeutung des Begriffs

Der Aushub soll zu einem Beobachtungshügel modelliert werden, von dem aus man die Anlage überschauen und den Grundriss gut in seiner Gesamtheit erkennen kann. In Anlehnung an historische gartenbauliche Gestaltungselemente aus der Renaissance, soll dieser Hügel, wie auch die gesamte Installation des entstehenden Gräftensytems, die Bezeichnung „Exedra“ erhalten. Dieses bezeichnete eine Art Plattform/Beobachtungsh¸gel, die bevorzugt an einer Gartenmauer gelegen, einen Ausblick auf die Stadt oder ins Tal bot. Es gibt aber auch eine überschneidende Bedeutung mit dem Begriff „Tribuna“, den zweiten Titel dieser Arbeit. Historisch sprachwissenschaftlich wurden diese synonym in verschiedenen, bis in die Antike zurückreichenden Zeitalter verwendet.


Tribuna

Die Tribuna im Kloster. Die Ausstellung zur Exedra

Parallel zu den stattfindenden Arbeiten im Außenbereich fordern wir KünstlerInnen der Region, TeilnehmerInnen der Ideenwerkstatt und KünstlerInnen mit denen wir schon im Rahmen von poliflur zusammengearbeitet haben auf, uns für einen Ausstellungs­zeitrahmen von 2 Monaten, künstlerische Objekte einzureichen, die sich mit dem Thema Ausgrabung/Schatzfunde beschäftigen. Dieses Thema bietet sich durch die Arbeiten an der Exedra an.
Hierzu entwickeln wir eine Skulptur, ähnlich wie in vorangegangenen Projekten von poliflur (märzbau oder Georg-Kolbe-Museum), in welches diese Objekte nach und nach integriert werden, so dass eine ständig wachsende Gesamtskulptur im Kunsthaus entsteht, parallel zu den im Außenraum voranschreitenden „Ausgrabungen“. Der Titel dieser von uns vorformulierten Skulptur ist Tribuna.

Die Bedeutung des Begriffs

Tribuna hieß eine der ersten entscheidenden Kunst- und Wunderkammern von Francesco I. 1587 in Auftrag gegeben in den Ufficien von Florenz. In den Kunstkammern dieser Zeit wurden Bücher, Bilder und Gemälde, Naturfundstücke Antiken, Skulpturen, Automaten, Tierplastiken, Saatgut, Waffen und Werkzeuge aufbewahrt. Sie sollten nicht nur passive Sammlungen sein, sondern auch als aktives Labor dienen. Sammeln, Forschen und Gestalten wurden als Einheit begriffen.
In der Mitte der Tribuna in Florenz stand ein Kunstkammerschrank der die Form der Tribuna wiederholte und in seinen Fächern die verschiedenen Sammelbereiche als Miniatur aufnahm.

Die schrankartige Skulptur Tribuna, die in unserem Falle das Klostergebäude abbildet, wird mit einer Vernissage eröffnet, die Ausgrabungsarbeiten sollen zeitnah bzw. gleichzeitig hierzu begonnen werden.

Die Konstruktion der Tribunaskulptur

Die Tribunaskulptur soll hierbei als Grundkonstruktion der Umrisslinien aus Holzleisten heterogener Qualität entstehen, in die Wände und Zwischenböden aus weiteren leicht zugänglichen Materialien, wie Pappe, Holz oder Verpackungskartons eingezogen werden. Diese Decken und Böden werden ohne die tatsächliche Anbindung an das Vorbild frei platziert. Es entsteht ein spielerischer Umgang mit den Umbauarbeiten, wie sie das Kloster in seiner Geschichte erfahren hat.


Die Ausstellungsstruktur

Über die gesamte Ausstellungsdauer kommen stetig neue Exponate hinzu, so dass die Phase der Sammlung von Tribuna mit einer Finissage beendet wird und dann die Skulptur vervollkommend sein wird. Nach der aktiven Phase wird sie übers Jahr im Kunsthaus mit einem Dokumentationsvideo/Fotos der Ausgrabungen zu sehen sein.
Zur Zeit planen wir, dass insgesamt etwa 40 Arbeiten eingereicht werden. An jedem Ausstellungstag soll eine neue Arbeit in die Tribuna platziert werden. Innerhalb dieser Ausstellungsdauer sollen weitere Vernissagen zu bis dahin eingereichten und platzierten Arbeiten das Interesse der Öffentlichkeit aufrecht erhalten.


Open call

Die Einladung zu „Tribuna“ soll über einen open call erfolgen, aus dem die uns passend erscheinenden Arbeiten in Absprache mit dem DA ausgewählt werden.

 


 

 


     
projekte

poliflur

01/01

märzbau

der garten im museum

tribuna und exedra

0X/01

 

 

Impressum